«Subscription Bombing» – Wenn das E-Mail-Postfach unter Beschuss steht

11. Februar 2026

In der vergangenen Woche erreichten das BACS vermehrt Meldungen über ein Phänomen, das auf den ersten Blick wie massiver Spam wirkt, in Wahrheit aber ein gezieltes Ablenkungsmanöver von Cyberkriminellen ist: Das sogenannte «Subscription Bombing»

Stellen Sie sich vor, Sie erhalten innerhalb weniger Minuten hunderte oder gar tausende Bestätigungs-E-Mails, beispielsweise für Newsletter-Anmeldungen von Webseiten aus der ganzen Welt. Der Zweck dieser Attacke ist nicht die Belästigung: Die Angreifer nutzen die E-Mail-Flut, um eine einzige, kritische E-Mail zu verbergen. Meist haben die Täter bereits Zugriff auf ein Konto des Opfers erlangt (z. B. beim E-Banking oder bei Online-Shops) und dort eine Transaktion ausgelöst. Die Sicherheitswarnung bzw. Bestätigung des betroffenen Dienstes geht in der Masse des «Bombings» unter und wird vom Opfer übersehen.

Warum klassische Filter versagen

Für Administratoren stellt «Subscription Bombing» eine besondere Herausforderung dar. Die E-Mails stammen von legitimen Servern auf der ganzen Welt, sodass klassische Blacklists und Spamfilter oft nicht greifen.

  • Legitimität durch «SPF», «DKIM» und «DMARC»
    Die Angreifer nutzen echte Webformulare seriöser Firmen. Da diese Firmen ihre E-Mail-Server korrekt mittels SPF («Sender Policy Framework») und DKIM («DomainKeys Identified Mail») konfigurieren, stufen Spam-Filter die Nachrichten als unbedenklich ein. Eine harte Filterung würde zudem dazu führen, dass auch erwünschte Systembenachrichtigungen blockiert werden.
  • «Backscatter»-Problematik
    In einigen Fällen wird das «Bombing» durch Fehlermeldungen (sogenannte «Non-Delivery Reports») erzeugt, wenn die Täter die E-Mail-Adresse des Opfers als Absender fälschen. Eine strikte DMARC-Policy (p=reject) für die eigene Domain hilft hier, den Missbrauch der eigenen Identität einzuschränken – ganz vermeiden lässt es sich leider nicht.

E-Mail-Adressen gehören nicht in den Klartext

Ein zentraler Punkt für die Angriffsplanung ist die einfache Verfügbarkeit von Zieladressen. Das BACS stellt fest, dass Adressen oft durch automatisiertes «Scraping» von Firmenwebseiten gesammelt werden.

  • Keine E-Mail-Adressen im Klartext: E-Mail-Adressen sollten auf Webseiten niemals im Klartext stehen. Bots können diese automatisiert extrahieren.
  • Schutzmassnahmen: Setzen Sie bei Kontaktformularen CAPTCHAs ein, mit welchen geprüft werden kann, ob ein Online-Nutzer wirklich ein Mensch und kein Bot ist,oder verschleiern Sie E-Mail-Adressen im Quellcode mittels JavaScript oder Obfuskation, um die automatisierte Erfassung zu erschweren.

Empfehlungen für Betroffene

Wenn Sie von einer plötzlichen E-Mail-Flut überrascht worden sind:

  • Löschen Sie nicht panisch alles. Suchen Sie zunächst gezielt nach Begriffen wie «Passwort», «Zahlung», «Bestellung» oder «Sicherheit», um versteckte Warnungen zu finden.
  • Kontrollieren Sie Ihre wichtigsten Konten (E-Banking, Kreditkarten) direkt auf verdächtige Aktivitäten. Nehmen Sie gegebenenfalls mit den betreffenden Anbietern Kontakt auf und ändern Sie die Passwörter.
  • Reagieren Sie nicht auf Spam-E-Mails.

Empfehlungen für Webseiten-Betreiber

Verhindern Sie, dass Ihre eigene Webseite zum Werkzeug für solche Angriffe wird:

  • Schützen Sie alle Webformulare (Newsletter-Anmeldungen, Kontaktformulare) durch Abfragen wie «reCAPTCHA» oder «hCaptcha».
  • Begrenzen Sie die Anzahl der Anmeldungen oder Kontaktaufnahmen pro IP-Adresse und Zeitspanne.
  • Senden Sie Bestätigungs-E-Mails erst nach einer erfolgreichen CAPTCHA-Abfrage.

Quelle: NCSC Schweiz

Ähnliche Beiträge

  • Windows 11 bekommt langersehntes Feature endlich zurück

    17. Februar 2026 Microsoft plant, die Möglichkeit zum Verschieben und Anpassen der Grösse der Taskleiste unter Windows 11 wieder einzuführen, um die Stimmung rund um das Betriebssystem in diesem Jahr zu verbessern. Im Rahmen der gross angelegten Bemühungen von Microsoft, die Stimmung rund um Windows 11 in diesem Jahr zu verbessern, arbeitet das Unternehmen an mehreren stark nachgefragten Funktionen und Änderungen, die der Öffentlichkeit signalisieren…

  • Sunrise lanciert neues KMU-Bundle

    18. Februar 2026 Unter dem Namen KMU Future Ready lanciert Sunrise ein neues Angebot bestehend aus redundantem Internetzugang und einer Security-Komponente. Sunrise Business erweitert das KMU-Portfolio um das Angebot KMU Future Ready. Das Bundle besteht aus einem Business-Internet-Zugang mit wahlweise 1 oder 10 Gbit/s, einer fixen IP sowie einem zusätzlichen Zugang über das 5G-Netz für Redundanz. Integriert ist ausserdem eine Cybersecurity-Lösung mit Firewall, Malware-Schutz, Intrusionserkennung…

  • Word: Automatische Formatierung stoppen

    4. Januar 2026 Von allen Dingen, die Word-Nutzer als besonders störend empfinden, ist die automatische Formatierung wahrscheinlich das am häufigsten genannte. Word will Ihnen ständig mit der automatischen Formatierung unter die Arme greifen. Bildquelle: IDG Word hat schon immer darauf bestanden, Text unter Beibehaltung der Formatierung einzufügen. Ein Update hat nun jedoch Einstellungen hinzugefügt, mit denen Sie festlegen können, wie Sie das standardmässig tun möchten. Sie…

  • Die neuen Samsung A37 und A57-Smartphones!

    26. März 2026 Samsung hat seine neue Mittelklasse-Smartphones vorgestellt. Welches der neuen Mittelklasse-Smartphones ist im Jahr 2026 die bessere Wahl – das Samsung Galaxy A57 5Goder das A37 5G? Samsung hat das Galaxy A37 5G und das Galaxy A57 5G vorgestellt. Beide Smartphones markieren Samsungs jüngsten Vorstoss auf dem Markt für Mittelklasse-Smartphones – doch welches Modell ist die bessere Wahl? Kurzinfo: Das Samsung Galaxy A57 5G…

  • Wie man Phishing erkennt…

    04. Dezember 2025 Phishing ist weltweit eine der grössten und am schnellsten wachsenden Cyber-Bedrohungen. Berichten von Cybersicherheitsunternehmen zufolge ist Phishing nach wie vor die häufigste Methode von Cyberkriminellen, um an sensible Daten oder Geld zu gelangen. Unternehmen wie auch Privatpersonen können durch Phishing-Angriffe erhebliche finanzielle Einbussen erleiden, sei es durch direkte finanzielle Verluste oder durch Folgekosten wie die Wiederherstellung von Systemen und Reputationsschäden. Wir zeigen…