US-Medizinriese Stryker durch Hacker komplett lahmgelegt

12. März 2026

Der Medizintechnikkonzern Stryker wurde Ziel eines schwerwiegenden Cyberangriffs einer irannahen Hackergruppe.

Stryker ist ein Fortune-500-Unternehmen, das sich auf die Herstellung von chirurgischen Instrumenten, orthopädischen Implantaten und Neurotechnologie spezialisiert hat. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Michigan beschäftigt rund 56.000 Mitarbeiter und prognostizierte für 2025 einen Umsatz von über 25 Milliarden US-Dollar. Seine zentrale Rolle in der Lieferkette des Gesundheitswesens macht es zu einem unverzichtbaren Partner für Krankenhäuser weltweit.

Die iranisch-nahe Hackergruppe Handala bekannte sich zu dem Angriff und bezeichnete ihn als „beispiellosen Schlag“ gegen das Unternehmen.

Die Hacker gaben an, mehr als 200.000 Server, Mobilgeräte und andere Systeme gelöscht und Stryker dadurch gezwungen zu haben, Niederlassungen in 79 Ländern zu schliessen. Zudem sollen sie 50 Terabyte an Daten aus den Systemen des Unternehmens gestohlen haben.

Handala ist seit Beginn des Konflikts zwischen den USA, Israel und dem Iran sehr aktiv.

Das Wall Street Journal berichtete am Mittwoch (hinter einer Bezahlschranke), dass Stryker einen Cyberangriff bestätigt habe, der zu einem weltweiten Ausfall geführt habe. Mitarbeiter und Auftragnehmer sahen das Handala-Logo auf den Anmeldeseiten.

Der Angriff löschte Berichten zufolge alle Daten von Telefonen, Laptops und anderen Geräten, die mit dem Stryker-Netzwerk verbunden waren. Windows-Systeme scheinen besonders stark betroffen zu sein.

Laut WSJ riet Stryker seinen Mitarbeitern, Firmengeräte nicht einzuschalten und sich sofort von allen Netzwerken zu trennen.

„Stryker verzeichnet aufgrund eines Cyberangriffs eine weltweite Netzwerkstörung in unserer Microsoft-Umgebung. Wir haben keine Hinweise auf Ransomware oder Malware und gehen davon aus, dass der Vorfall unter Kontrolle ist“, teilte das Unternehmen am Mittwochnachmittag in einem Update mit.

SecurityWeek hat Stryker um eine Stellungnahme gebeten und wird diesen Artikel aktualisieren, sobald eine Antwort vorliegt.

Die Handala-Gruppe wird von Cybersicherheitsfirmen, die die Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Krieg zwischen den USA, Israel und dem Iran verfolgen, genau beobachtet.

Vordergründig handelt es sich bei Handala um eine Hacktivistengruppe mit pro-palästinensischen und anti-israelischen Ansichten. Viele in der Cybersicherheits-Community vermuten jedoch, dass es sich um eine Tarnorganisation von Void Manticore handelt, einem vom iranischen Staat unterstützten Bedrohungsakteur.

Die Hacker sind bekannt für Phishing, Datendiebstahl, Erpressung und zerstörerische Angriffe mit speziell entwickelter Löschsoftware. Das Bedrohungsanalyseunternehmen Flashpoint berichtete, dass die Gruppe auch in Informationsoperationen und psychologische Kriegsführung verwickelt war.

Seit Beginn des Iran-Krieges behauptet Handala, israelische Militärwetterserver gelöscht, Sicherheitsdaten in Jerusalem abgefangen, Daten von den Systemen verschiedener Unternehmen gestohlen und gelöscht, israelische Geheimdienstmitarbeiter geoutet und ein israelisches Öl- und Gasexplorationsunternehmen gehackt zu haben.

Die Gruppe prahlt häufig auf ihren Telegram- und X-Konten mit ihren angeblichen Erfolgen, doch ihre Behauptungen lassen sich oft nur schwer überprüfen.

Quelle: SecurityWeek

Ähnliche Beiträge

  • Beliebter Texteditor Notepad++ gehackt – was jetzt?

    3. Februar 2026 Der sehr beliebte und verbreitete Texteditor Notepad++ wurde Opfer eines hoch-entwickelten Angriffs, wahrscheinlich aus China. Durch einen infizierten Update-Prozess wurde Malware auf die Zielrechner installiert. Unsere Empfehlung: Notepad++ komplett deinstallieren, rebooten und von der Original-Webseite des Herstellers neu installieren! Der Entwickler von Notepad++ hat bekannt gegeben, dass staatlich geförderte Angreifer den Update-Mechanismus des Programms gekapert haben, um den Update-Verkehr stattdessen auf bösartige…

  • Google lässt bei Gmail jetzt offenbar mehrere Adressen zu

    28. Dezember 2025 Eine langersehnte User-Forderung wird nun hoffentlich endlich erfüllt. Mehrere Adressen werden möglich, alte Adressen können geändert werden Google is finally introducing a way for users to change their Gmail addresses ending with @gmail.com, just in time for the new year. A page on the company’s help center was recently updated with new rules for changing email addresses, outlining a way that would…

  • Alte Schwachstelle in Fortinet-Firewalls wird aktiv angegriffen

    Update: 14. Januar 2026: Fortinet verteilt aktualisierte Software, um teils kritische Sicherheitslücken unter anderem in FortiSIEM und FortiFone zu schliessen. IT-Verantwortliche sollten sie rasch installieren, da Schwachstellen in Fortinet-Produkten häufig im Visier von Cyberkriminellen stehen. In FortiSIEM können Angreifer aus dem Netz über gezielt präparierte TCP-Anfragen beliebige Befehle und Code einschleusen (CVE-2025-64155, CVSS 9.4, Risiko „kritisch“). Grund ist eine unzureichende Filterung von Elementen, die in Betriebssystembefehlen…

  • Liechtenstein bekommt schnellstes Internet

    28. November 2025 Telecom Liechtenstein hat sein Glasfasernetz umgerüstet. Ab dem 9. Dezember wird ein 25 Gbit/s Internet angeboten. Telecom Liechtenstein bietet ab dem 9. Dezember flächendeckend für Haushalte und Unternehmen eine Internetverbindung von bis zu 25 Gbit/s. Laut Medienmitteilung ist Liechtenstein damit zum Land mit dem schnellsten Internet der Welt geworden. Das scheint auch so zu stimmen, wenn man die angegebene Geschwindigkeit mit dem…

  • «ClickFix» – Wenn eine Fehlerbehebung oder Verifikation eine Malware installiert

    27. Februar 2026 Meldungen zu Anrufen im Namen angeblicher Behörden gehören seit Monaten zu den am meisten an das BACS gemeldeten Fällen. Besonders häufig geben sich die Täter dabei als Mitarbeitende von Polizeibehörden aus. Aktuell zeigt das Phänomen eine Weiterentwicklung: Betrüger geben sich auch als Mitarbeitende des BACS aus. Aktuell beobachtet das BACS eine Zunahme von Meldungen zu der Infektionsmethode «ClickFix». Dabei werden Nutzerinnen und…

  • MediaMarkt Schweiz lanciert digitalen Marketplace

    5. Februar 2026 MediaMarkt Schweiz startet einen eigenen digitalen Marketplace. Mit der neuen Plattform entwickelt das Unternehmen sein Geschäftsmodell in der Schweiz weiter, öffnet seinen Onlineauftritt für ausgewählte externe Handelspartner und erweitert das Sortiment gezielt. Die Schweiz ist das neunte Land in der MediaMarktSaturn Retail Group, das einen Marketplace betreibt. Der Marketplace ist vollständig in den bestehenden Onlineshop mediamarkt.ch integriert und wird um Angebote geprüfter Drittanbieter erweitert….