Faltbares Smartphone – Google Pixel 10 Fold – ein Flop?

29. Januar 2026

Lange Zeit waren mir die Falter im zugeklappten Zustand viel zu schmal und deutlich zu dick – als hätte man zwei Handys aufeinandergelegt. Auch das erste Google Pixel Fold (Test) machte mit seinem breiten Format und riesigen Display-Rändern auf mich einen extrem unhandlichen Eindruck..

Es hat ein paar Generationen gedauert, aber mittlerweile sind die meisten Falter trotz Display im Vollformat nicht viel dicker als normale Smartphones. Google hat sein faltbares Pixel ebenfalls deutlich verschlankt – in der Annahme, dass es dort die beste Software-Erfahrung gäbe, entschied ich mich, dem Pixel 10 Pro Fold eine Chance zu geben.

Grosser Screen, wenig Vorteile

Obwohl ich die saubere Pixel-Oberfläche normalerweise liebe, lag genau hier meine erste Enttäuschung. Die Google-Software nutzt das Potenzial des grossen Displays meiner Meinung nach viel zu wenig aus. Mein nicht-faltbares Xiaomi-Handy bot auf nur 6 Zoll deutlich bessere Multitasking-Features, zum Beispiel frei verschiebbare App-Fenster. Auf dem Riesendisplay des Pixel 10 Pro Fold suche ich diese Funktion leider vergeblich. Ebenfalls stellte ich fest, dass erstaunlich wenig Entwickler ihre Apps auf das grosse Format optimiert haben – da hätte ich mir in der nunmehr siebten Faltgeneration irgendwie mehr erwartet.

Wirklich gelungen finde ich hingegen die zweigeteilte Gboard-Tastatur, mit der Tippen im aufgeklappten Zustand wirklich Spass macht. Überraschend praktisch ist es auch, Websites in der vollen Desktop-Ansicht bequem in meinen Händen lesen zu können. Und die Fotos der wirklich sehr guten Kamera kommen auf dem Riesendisplay natürlich auch perfekt zur Geltung.

Eher enttäuschend ist dagegen, Videos oder Serien auf dem Faltdisplay zu schauen. Durch das quadratische Format hat man immer schwarze Balken und der Gewinn an Displaygrösse fällt nur gering aus. Nützlicher finde ich es, das Fold wie einen Nintendo DS vor mich auf den Tisch zu stellen und nur eine Displayhälfte zu nutzen.

Schwergewicht unter den Foldables

Optisch gefällt mir das Pixel 10 Pro Fold durchaus. Gerade im aufgeklappten Zustand wirkt es mit seinem dünnen Rahmen wirklich wie ein fortschrittliches Stück Technik, was den sehr hohen Preis von rund 1.900 Euro zumindest etwas angemessener wirken lässt. Doch in Anbetracht des Werts war auch schnell klar: eine Hülle ist Pflicht. 

Obwohl sich das offizielle Pixel-Case bemühte, nur möglichst dünn aufzutragen, war der Schlankheitseffekt damit sofort verflogen. Wann immer ich jetzt ein normales Smartphone in der Hand halte, wird mir bewusst, was für einen Klopper ich da eigentlich mit mir schleppe. 

Das Pixel beult die Hosentasche aus und ist wirklich sehr schwer und dick – und das nervt mich im Alltag mittlerweile deutlich mehr, als ich es anfangs für möglich gehalten hätte. Mittlerweile blicke ich neidisch zu meinem Kollegen, der das ultraleichte iPhone Air (Test) im Alltag verwendet. Ob ich es wohl als Nächstes mit dem Samsung Galaxy S25 Edge (Test) versuche?

Durchaus gewöhnungsbedürftig fand ich übrigens auch das Falten an sich. Es ist gar nicht so leicht, die richtige Stelle zum Aufklappen zu finden, ohne dabei versehentlich auf die Lautstärketaste zu kommen.

Eine weitere, zuzugegebenermassen relativ vorhersehbare Erkenntnis: Der Akku macht schneller schlapp, je mehr man das grosse Display nutzt. Wenn ich Videos im aufgeklappten Zustand schaue, kann ich den Prozenten beim Purzeln zusehen und komme oft nur gerade so durch den Tag. Offenbar waren meine Erwartungen hier einfach zu hoch angesetzt.

Google Pixel 10 Pro Fold Hülle
Das Google Pixel 10 Pro Fold gehört zu den dicksten und schwersten Foldables der aktuellen Generation – erst Recht mit Hülle.CHIP

Erstes Mal Foldable: Mein Fazit

Knapp drei Monate hab ich den Pixelfalter inzwischen im Einsatz. Leider merke ich, dass mich gerade das Gewicht in der Tasche immer mehr im Alltag nervt. Gleichzeitig werden die Momente, in denen sich das grosse Display als nützlich erweist, immer seltener.

Ich muss zugeben, dass ich einiges einfach falsch eingeschätzt habe. Das merke ich auch, wenn den offiziellen Testbericht meines (mit Foldables deutlich erfahreneren) Kollegen lese: Die Akkulaufzeiten des Pixels fallen für ein Falthandy eigentlich vergleichsweise lang aus und das Faltscharnier findet er anders als ich „angenehm leichtgängig“. Auch deswegen möchte ich diesen Erfahrungsbericht aus der Perspektive eines absoluten Foldable-Neulings teilen. 

Um es nochmal deutlich zu machen: Das Google Pixel 10 Pro Fold ist alles andere als ein schlechtes Smartphone – eine Wertung von 1,3 (“Sehr gut”) vergibt das CHIP Testcenter nicht mal eben so. Trotzdem weiss ich jetzt für mich, dass mein nächstes Handy kein Falter mehr sein wird.

Quelle: Chip-Magazin

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